FREIWILLIGE FEUERWEHR VERBANDSGEMEINDE RÜLZHEIM

    2026_04_25_Geruch chemisch unklar - Rülzheim - Mittlere Ortsstraße

    Geruch chemisch unklar - Rülzheim - Mittlere Ortsstraße


    Gestern wurden wir am frühen Abend in Rülzheim zu einem unklaren chemischen Geruch alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte war ein intensiver chemischer, beißender Geruch wahrnehmbar. Der erste Angriffstrupp kontrollierte daraufhin das betroffene Wohngebäude und forderte die Anwohner*innen auf, ihre Wohnungen vorsorglich zu verlassen. Aufgrund der starken Geruchsentwicklung wurde die Einsatzstelle großräumig abgesperrt. Trotz eines ersten umfassenden Kontrollgangs konnte zunächst keine eindeutige Ursache festgestellt werden.
    Im weiteren Verlauf kamen verschiedene Messgeräte zum Einsatz, um mögliche Hinweise auf die Herkunft des Geruchs zu ermitteln. Zusätzlich wurden umliegende Abflussschächte überprüft. Auch unsere Drohne wurde eingesetzt, um aus der Luft weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Da diese Maßnahmen jedoch keine konkreten Ergebnisse lieferten, wurde die Gefahrstoffzugführung und der Gerätewagen Messtechnik des Landkreises nachalarmiert.
    Nach dessen Eintreffen wurden weitere spezialisierte Messgeräte eingesetzt. Parallel dazu gelang es den Einsatzkräften, den Ursprung des Geruchs auf einen bestimmten Gebäudeteil einzugrenzen, der daraufhin intensiv untersucht wurde. Dennoch konnten auch mit den erweiterten Messmöglichkeiten keine eindeutigen Ergebnisse erzielt werden.
    Aufgrund der weiterhin starken Geruchsbelastung wurde schließlich der Fachberater Chemie, des Landkreises Germersheim hinzugezogen. Nach einem weiteren Kontrollgang wurden TENAX-Proben aus dem Gebäude entnommen und zur Analyse in ein Labor der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen gebracht. Die anschließenden Laborergebnisse gaben Entwarnung: Die gemessene Konzentration des Stoffes stellte keine Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung dar, die Einsatzstelle wurde zum Abschluss an die Polizei übergeben.
    Im Verlauf des Einsatzes kamen unter anderem Messgeräte wie das X-am 5000 und das X-am 8000 der Firma Dräger, sowie ein Tiger PID zur Überprüfung der Umgebungsluft zum Einsatz. Ergänzend wurden ein Polytest 1, ein Polytest 5 sowie pH-Papier verwendet, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen.
    Neben den Feuerwehrkräften waren auch das Ordnungsamt, die Polizei Germersheim sowie unser Kamerad Patrick Leingang in Doppelfunktion als Vertreter der Gruppenkläranlage Rülzheim-Herxheim vor Ort.
    Ein besonderer Dank gilt unseren Kameraden Jan und Jonathan sowie den Anwohner*innen, die uns mit Snacks, Getränken und der Nutzung von Toiletten unterstützt haben – vielen Dank!
    Außerdem möchten wir an dieser Stelle erwähnen, dass wir leider vermehrt auf Unverständnis bezüglich der Absperr- und Sperrmaßnahmen gestoßen sind. Unsere Aufgabe ist es, dass wir unsere Maßnahmen so bemessen, um den Schutz der Bevölkerung immer und zu jeder Zeit sicherzustellen, bis wir mit Sicherheit ausschließen können, dass keine weitere Gefahr besteht. Zudem treffen unsere Kamerad*innen keine Aussagen zur Lage, außer die Einsatzleitung oder von ihr beauftragte Personen.
    Wir bitten um Verständnis, dass sämtliche Maßnahmen stets darauf ausgerichtet sind, den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten und bis eine Gefährdung mit Sicherheit auszuschließen ist.

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