Gestern
wurden wir am frühen Abend in Rülzheim zu einem unklaren chemischen Geruch
alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte war ein intensiver chemischer,
beißender Geruch wahrnehmbar. Der erste Angriffstrupp kontrollierte daraufhin
das betroffene Wohngebäude und forderte die Anwohner*innen auf, ihre Wohnungen
vorsorglich zu verlassen. Aufgrund der starken Geruchsentwicklung wurde die
Einsatzstelle großräumig abgesperrt. Trotz eines ersten umfassenden
Kontrollgangs konnte zunächst keine eindeutige Ursache festgestellt werden.
Im weiteren Verlauf kamen verschiedene Messgeräte zum Einsatz, um mögliche
Hinweise auf die Herkunft des Geruchs zu ermitteln. Zusätzlich wurden umliegende
Abflussschächte überprüft. Auch unsere Drohne wurde eingesetzt, um aus der Luft
weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Da diese Maßnahmen jedoch keine konkreten
Ergebnisse lieferten, wurde die Gefahrstoffzugführung und der Gerätewagen
Messtechnik des Landkreises nachalarmiert.
Nach dessen Eintreffen wurden weitere spezialisierte Messgeräte eingesetzt.
Parallel dazu gelang es den Einsatzkräften, den Ursprung des Geruchs auf einen
bestimmten Gebäudeteil einzugrenzen, der daraufhin intensiv untersucht wurde.
Dennoch konnten auch mit den erweiterten Messmöglichkeiten keine eindeutigen
Ergebnisse erzielt werden.
Aufgrund der weiterhin starken Geruchsbelastung wurde schließlich der
Fachberater Chemie, des Landkreises Germersheim hinzugezogen. Nach einem
weiteren Kontrollgang wurden TENAX-Proben aus dem Gebäude entnommen und zur
Analyse in ein Labor der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen gebracht. Die
anschließenden Laborergebnisse gaben Entwarnung: Die gemessene Konzentration
des Stoffes stellte keine Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung dar, die Einsatzstelle
wurde zum Abschluss an die Polizei übergeben.
Im Verlauf des Einsatzes kamen unter anderem Messgeräte wie das X-am 5000 und
das X-am 8000 der Firma Dräger, sowie ein Tiger PID zur Überprüfung der
Umgebungsluft zum Einsatz. Ergänzend wurden ein Polytest 1, ein Polytest 5
sowie pH-Papier verwendet, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen.
Neben den Feuerwehrkräften waren auch das Ordnungsamt, die Polizei Germersheim
sowie unser Kamerad Patrick Leingang in Doppelfunktion als Vertreter der
Gruppenkläranlage Rülzheim-Herxheim vor Ort.
Ein besonderer Dank gilt unseren Kameraden Jan und Jonathan sowie den
Anwohner*innen, die uns mit Snacks, Getränken und der Nutzung von Toiletten
unterstützt haben – vielen Dank!
Außerdem möchten wir an dieser Stelle erwähnen, dass wir leider vermehrt auf
Unverständnis bezüglich der Absperr- und Sperrmaßnahmen gestoßen sind. Unsere
Aufgabe ist es, dass wir unsere Maßnahmen so bemessen, um den Schutz der
Bevölkerung immer und zu jeder Zeit sicherzustellen, bis wir mit Sicherheit
ausschließen können, dass keine weitere Gefahr besteht. Zudem treffen unsere
Kamerad*innen keine Aussagen zur Lage, außer die Einsatzleitung oder von ihr beauftragte
Personen.
Wir bitten um Verständnis, dass sämtliche Maßnahmen stets darauf ausgerichtet
sind, den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten und bis eine Gefährdung mit
Sicherheit auszuschließen ist.
