Statt einer einfachen farblichen Lösung entschied sich die Ortsgemeinde für einen kreativeren Gestaltungsweg. „Wir wollten einen Farbtupfer einbringen und gleichzeitig etwas schaffen, das einen Bezug zu Leimersheim hat“, erklärt Ortsbürgermeister Matthias Schardt. Auf der Suche nach geeigneten Ideen wurden die Schulen in der Verbandsgemeinde angesprochen. Schließlich entstand der Kontakt zum Kunstkurs der Jahrgangsstufe 11 der IGS Rülzheim.
Unter der Leitung von Kunstlehrerin Andrea Ochsenfeld entwickelten 17 Schülerinnen und Schüler sechs großformatige Bildmotive mit einer Länge von jeweils 1,80 Metern, die die Identität und Geschichte Leimersheims aufgreifen. So finden sich beispielsweise die Fähre, Schnaken, der Nachtwächter oder auch das historisch bedeutsame Schmugglerkreuz in den Kunstwerken wieder. Immer mit dabei: Der Rhein als das verbindende Element. „Die Gruppe hat etwas Bleibendes geschaffen. Während viele Kunstwerke nach der Benotung in Ordnern oder Mappen verschwinden, wird diese Galerie nun dauerhaft das Ortsbild prägen. Das ist eine Schulnote, die bleibt“, sagt Ochsenfeld mit einem Schmunzeln.
Katharina, eine der beteiligten Schülerinnen, berichtet von der Herausforderung, erstmals in einem deutlich größeren Format zu arbeiten: „Es war eine ganz neue Erfahrung, von einem A4-Blatt auf ein Großformat zu wechseln. Wir haben das Thema gemeinsam entwickelt, recherchiert und dann drei Tage lang als Gemeinschaft an einem Bild gearbeitet.“
Damit die ursprünglich auf Karton gefertigten Kunstwerke auch dauerhaft im Außenbereich bestehen können, fotografierte Wilfried Glauber die Bilder professionell ab. Aktuell werden die Motive durch Jörg Schunke auf robuste UV-Platten übertragen und sollen in den kommenden Wochen an der Mauer angebracht werden. Neben den neuen Kunstwerken soll dort dann auch eine historische Dorfansicht von Leimersheim im gleichen Format installiert werden. Für Ortsbürgermeister Matthias Schardt ist das Projekt möglicherweise erst der Anfang: „Vielleicht war das nicht die letzte Gelegenheit, Flächen kreativ zu gestalten, die noch etwas Luft nach oben haben.“
