Die Ausstellung war eine der Aktionen auf dem Weg zum 1250-jährigen Jubiläum der Ortsgemeinde im Jahr 2028 und griff mit „Rheinverbunden“ das Motto des Festjahres auf. Malerei, Zeichnungen, Radierungen und Fotografie trafen dabei aufeinander und machten deutlich, wie vielfältig nicht nur künstlerischer Ausdruck, sondern auch die persönliche Wahrnehmung von Heimat sein kann.
Ortsbürgermeister Matthias Schardt griff diesen Gedanken bei der Eröffnung auf. Kunst sei etwas sehr Persönliches und Individuelles. Gleichzeitig trete mit einer Ausstellung etwas, das zunächst aus einer ganz eigenen Wahrnehmung heraus entstanden sei, nach außen und werde mit anderen geteilt. „Gerade dieser bunte Mix an Eindrücken passt zu Leimersheim“, erklärte Schardt. „Denn die Verbundenheit mit unserem Heimatort und dem Rhein hat viele unterschiedliche Ursprünge: Menschen, die auf und mit dem Rhein gearbeitet haben, Menschen, die hier ihre Heimat erleben, andere, die der Liebe wegen nach Leimersheim gekommen sind, und wiederum andere, deren Blick aus der Ferne eine ganz eigene Perspektive auf den Ort eröffnet.“
Eine besondere Rolle bei der Entstehung der Ausstellung spielte Kuratorin Marita Mattheck, ohne deren außergewöhnliches Engagement die Ausstellung in dieser Form kaum möglich gewesen wäre. Mit viel Zeit, persönlichem Einsatz und einem feinen Gespür für Kunst und Menschen entwickelte sie in den Wochen und Monaten zuvor aus einer ersten Idee ein stimmiges Gesamtkonzept aus insgesamt 121 Werken. Dafür besuchte sie die beteiligten Kunstschaffenden persönlich zu Hause oder lud sie zu sich ins Atelier ein, lernte ihre Arbeiten und die Geschichten dahinter kennen und setzte sich mit der Frage auseinander, wie aus 15 ganz unterschiedlichen künstlerischen Handschriften eine gemeinsame Ausstellung entstehen kann.
Dass sich diese intensive Vorbereitung gelohnt hatte, wurde bei der Vernissage sichtbar: Mattheck gab der Vielfalt einen Rahmen und dem Leitgedanken „Rheinverbunden“ eine künstlerische Form. Ortsbürgermeister Matthias Schardt würdigte diesen besonderen Einsatz bei der Eröffnung ausdrücklich und bezeichnete es als großes Glück für die Ortsgemeinde, Marita Mattheck für die Ausstellung gewonnen zu haben.
In ihrer Einführung rückte Mattheck schließlich eine Frage in den Mittelpunkt, die sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung zog: Was ist Realität, wenn jeder Mensch seine Umwelt anders wahrnimmt? Eine vorgefertigte Antwort gab die Ausstellung bewusst nicht. Vielmehr lud sie dazu ein, die unterschiedlichen Sichtweisen der Kunstschaffenden zu entdecken und dabei vielleicht auch die eigene Wahrnehmung von Leimersheim, Heimat und Rhein neu zu hinterfragen. Neben zeitgenössischen Perspektiven fanden sich immer wieder Bezüge zur Geschichte des früheren Fischer- und Schifferdorfes. Selbst der „Aalschocker“ und seine historische Bedeutung für Leimersheim fanden auf diese Weise Eingang in die Kunst.
Kulturkreisvorsitzender Michael Huber ordnete die Ausstellung zugleich in die Vorbereitungen auf das große Ortsjubiläum ein. Der Abend zeige die Vielfalt Leimersheims und sei ein weiterer besonderer Moment auf dem laufenden Countdown zum Festjahr 2028.
Für den passenden musikalischen Rahmen der Vernissage sorgte Clemens Kuhn. Nach dem offiziellen Teil blieb den Gästen reichlich Gelegenheit, die Ausstellung in Ruhe zu erkunden. Bei Häppchen und einem Glas Sekt kamen Kunstschaffende und Besucher miteinander ins Gespräch, tauschten sich über die ausgestellten Werke aus und ließen die unterschiedlichen Interpretationen von „Rheinverbunden“ auf sich wirken. Über die Ausstellung hinaus bleibt auch etwas Dauerhaftes: Im Zuge der Vorbereitungen wurde im Bürgerhaus ein festes Schienensystem zur professionellen Hängung von Bildern installiert. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, die Räumlichkeiten auch künftig für Kunstausstellungen nutzen zu können.

