Inhaberin Heike Hoffmann-Kuhn hat die Tierbestattung im November 2014 gegründet. Als 2013 ihre geliebte Chihuahua-Hündin Sandy starb und ihr die Asche ganz profan von einem Paketdienst zugestellt wurde, fasste sie den Entschluss: „Das muss besser gehen.“ Heute, zwölf Jahre später, zeigt sich, dass das Konzept voll aufgeht: Die Zahl der Bestattungsanfragen steigt stetig an.
Der Hauptgrund: Mundpropaganda. Viele Trauernde empfehlen Hoffmann-Kuhn ihren Freunden und Bekannten weiter – und kommen irgendwann selbst wieder, wenn der nächste Gefährte stirbt. Der „Himmelsbote“ genießt einen ausgezeichneten Ruf, denn die Trauerbegleitung ist empathisch, persönlich und ausführlich. Hoffmann-Kuhn und ihr Lebensgefährte Markus Dörner nehmen sich Zeit und hören zu. „Tierbestattung ist eine Berufung und auch Seelsorge“, sagt Dörner.
Die beiden sind sieben Tage die Woche 24 Stunden für Notfälle erreichbar, auch außerhalb der täglichen Öffnungszeiten von 8 bis 20 Uhr unter der Woche. „Wenn ein Tier nachts auf der Autobahn überfahren wird, dann stehen wir selbstverständlich auf und fahren hin. Unser Anspruch ist es, im Falle eines verstorbenen Tieres schnellstmöglich vor Ort zu sein, um eine fachgerechte und würdevolle Bergung sicherzustellen und dem Tier auch über den Tod hinaus Respekt und Würde entgegenzubringen“, erklärt Hoffmann-Kuhn. Inzwischen hat sich das Gebiet, in dem die beiden tätig sind, weit über die Südpfalz ausgedehnt, bis nach Pirmasens oder Stuttgart.
Bestattet wird jedes Haustier von der Maus über den Hamster bis zum Pferd, der Regelfall sind aber Katzen und Hunde. Meistens werden die Tiere von den Angehörigen vorbeigebracht, aber der „Himmelsbote“ bietet auch die Abholung an – nicht nur im oben genannten Fall, sondern auch bei älteren oder anderweitig nicht mehr mobilen Menschen.
Anschließend führt der Weg zum Krematorium. Hier entscheiden sich weit über 90 Prozent der Tierhalterinnen und Tierhalter für eine Einzelkremierung, bei der sie die Asche zurückerhalten – einschließlich Zertifikat mit Namen, Datum und Uhrzeit. Schon im Vorfeld oder eben während man auf die Rückführung der Asche wartet, was einige Tage dauert, kann man sich für das passende Behältnis entscheiden. Hier stehen von klassischen oder ungewöhnlich geformten Urnen über Bilderrahmen bis hin zur Pressung in einen Diamanten oder Einblasung in einen Kristall. Am Ende kann man die Asche des geliebten Vierbeiners wieder mit nach Hause nehmen.
„Für ältere, insbesondere alleinstehende Menschen war das Tier der Halt, für Kinder der Spielkamerad, mit dem man aufgewachsen ist. Es ist eine hochemotionale Angelegenheit. Wir erleben es auch, dass Halterinnen und Halter vorsorgen und alles regeln, weil sie sich im Fall der Fälle nicht damit auseinandersetzen können oder wollen. Daher sind wir auch gerne bereit, auf Messen oder Hundeschauen über unser Angebot zu informieren und da in lockerer Atmosphäre ins Gespräch zu kommen“, erklärt Hoffmann-Kuhn.
Theo Dreyer, Beigeordneter der Verbandsgemeinde für Wirtschaftsförderung und Tourismus, und Michael Bahlinger, Beigeordneter der Ortsgemeinde für Wirtschaft und Verkehr, zeigten sich sehr interessiert an der Vielfältigkeit des Tätigkeitsfeldes. Sie betonten, dass Tiere als Familienmitglieder sehr wichtige Bezugspunkte seien. „Deshalb ist es wichtig, dass es Firmen wie den ‚Himmelsboten‘ gibt. Wir unterstützen, wo wir können und helfen, das Angebot bekannter zu machen – etwa auch bei einer möglichen Gewerbeschau“, so Dreyer und Bahlinger.
