Im Mittelpunkt steht die gemeinsame Vorsorge für längere Stromausfälle, um Verwaltungen arbeitsfähig zu halten und der Bevölkerung auch in Krisenzeiten verlässliche Anlaufstellen bieten zu können.
Kern des Kooperationsprojektes ist die interkommunale Zusammenarbeit der drei Verbandsgemeinden im Bereich Katastrophenschutz, koordiniert von der Verbandsgemeinde Herxheim. Ziel ist es, über Verwaltungsgrenzen hinweg Strukturen zu schaffen, die im Ernstfall schnell, abgestimmt und handlungsfähig sind.
Im Rahmen des Projekts werden zwei leistungsfähige Notstromaggregate gemeinsam beschafft und genutzt, um die Krisenfähigkeit in allen drei Verwaltungen zu sichern. Ergänzend werden an ausgewählten öffentlichen Gebäuden Noteinspeisepunkte installiert, damit diese im Stromausfall als sichere Orte und Wärmeinseln für schutzsuchende Bürgerinnen und Bürger dienen können.
Vorteile der Zusammenarbeit
Durch die Bündelung von Ressourcen müssen Herxheim, Jockgrim und Rülzheim nicht jeweils eigene, teure Strukturen aufbauen, sondern nutzen Technik und Know-how gemeinsam. Das Projekt senkt damit die Kosten deutlich: In einer Fünf-Jahres-Betrachtung können die Gesamtausgaben im Vergleich zu einer alleinigen Umsetzung um rund ein Drittel reduziert werden.
Gleichzeitig steigt die Resilienz der Kommunen: Die Verwaltungen und ihre Verwaltungsstäbe bleiben auch im Ernstfall arbeitsfähig, und Notunterkünfte oder Wärmeinseln können länger betrieben werden. Die Notstromaggregate können im Bedarfsfall außerdem auch für Feuerwehren oder technische Betriebe eingesetzt werden und erhöhen so die Flexibilität im Brand- und Bevölkerungsschutz.
Pilotförderung des Landes
Ermöglicht wird das Vorhaben durch die Pilotförderung „Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ)“ des Landes Rheinland-Pfalz, die modellhafte Kooperationen zwischen Kommunen unterstützt. Gefördert werden insbesondere Projekte, die die kommunale Leistungsfähigkeit stärken, die Resilienz verbessern und durch Zusammenarbeit Effizienzgewinne erzielen.
Für den Verbund der Verbandsgemeinden wurde eine Landesförderung in Höhe von 210.000 Euro gewährt. Das Projekt ist langfristig angelegt und soll mindestens bis Ende 2031 vertraglich gesichert und darüber hinaus dauerhaft fortgeführt werden.
Blick nach vorn
Mit dem Start des Projekts ist ein klarer Zeitplan verbunden: Ab 2026 sind Ausschreibung und Beschaffung der Notstromaggregate vorgesehen, 2027 folgen der Aufbau der Noteinspeisepunkte und der Übergang in den regulären Betrieb. Die interkommunale Zusammenarbeit im Katastrophenschutz soll dann mindestens fünf Jahre aktiv gelebt und kontinuierlich weiterentwickelt werden.
„Mit dieser interkommunalen Zusammenarbeit schaffen wir nicht nur neue Technik an – wir schaffen Sicherheit für die Menschen in unseren Verbandsgemeinden. Gemeinsam mit Jockgrim und Rülzheim stellen wir sicher, dass unsere Verwaltungen auch im Krisenfall handlungsfähig bleiben und die Bürgerinnen und Bürger verlässliche Anlaufstellen haben“, so Bürgermeister Christian Sommer, der diese Kooperation initiiert hat.
Die drei Verbandsgemeinden setzen damit ein starkes Zeichen für vorsorgenden Bevölkerungsschutz und eine moderne, bürgernahe Verwaltung, die sich gemeinsam auf Krisen vorbereitet, statt erst im Ernstfall zu reagieren. So wird aus Zusammenarbeit im Alltag ein handfester Sicherheitsgewinn für die Menschen in Herxheim, Jockgrim und Rülzheim.
