Aktuelles aus Hördt


Veränderungen prägen das Dorfleben

Hördt 2015 - Neujahrsempfang


Neujahrsempfang der Orts-, Kultur- und Kirchengemeinden

Das Klosterdorf Hördt steht vor einigen Herausforderungen im neuen Jahr. Die Redner beim Neujahrsempfang in der Hördter Turn- und Festhalle stellten die wichtigsten Aufgaben für die Orts- und Verbandsgemeinde, für das kulturelle Leben und innerhalb der Kirchen vor.

„Mei Herdt, du bescht mei Hämet, mei gures altes Herdt. Mer wärn dich nit vergesse, denn du bescht uns die Hämet wert.“ Mit diesem Reim, den sein Vater anlässlich der 1200-Jahr-Feier des Ortes 1980 getextet hatte,  erinnerte Bürgermeisters Max Frey daran, das „jetzt mehr denn je das Zusammengehörigkeitsgefühl der Dorfgemeinschaft gefragt“ ist. Die Absage des Klosterfestes 2015 habe ihn tief getroffen. Er bat alle Bürger, „trotz Zeitmangel, Familie, Arbeit“ und anderen Verpflichtungen sich für ein Fest 2016 zu engagieren, sich für die Heimatgemeinde zu begeistern und „mit Stolz den Namen als Hördter“ zu tragen.

Herausforderung für Politik  und Natur

Seinen Rück- und Ausblick stellte Frey unter das Motto „Veränderungen“. Davon gab es im vergangenen Jahr einige: Das Dorf wurde an das schnelle Internet angeschlossen, das Baugebiet Nord-West II erschlossen, der Gemeinderat hat sich neu konstituiert. „In diesen Tagen wird wegen der Verkehrssicherheit ein Baumkataster erstellt, auch eine Bauwerkskontrolle der Brücken und Übergängen ist in Arbeit“, informierte Frey. Im neuen Jahr möchte die Gemeinde „endlich einen  Schritt weiter kommen mit dem Radweg nach Bellheim“. Frey hofft dabei auf die Hilfe aus Mainz. Beim Umbau des Forsthauses hat das Land bereits Unterstützung zugesichert: Es übernimmt im Rahmen der Dorferneuerung und der akzeptanzfördernden Maßnahmen 65 Prozent der Kosten. „Ziel soll sein, bis August einen Plan bei der ADD einreichen zu können und im Frühjahr 2016 die Zuschussgenehmigung zu erhalten.“ Die Gesamtkosten dürfen 1,8 Millionen Euro nicht überschreiten. „Das bedeutet 630.000 Euro für die Ortsgemeinde.“ Diesen Anteil wird die Gemeinde über den Verkauf von so genannten Deichaufstandsflächen stemmen – Grundstücksflächen, die für den Bau des zweiten Rheindeiches benötigt werden. Das Hochwasserschutz-Konzept für den „Reserveraum Hördter Au“ geht 2015 in eine entscheidende Phase: Das Land Rheinland-Pfalz wird das Planfeststellungsverfahren einleiten. „Für diesen Reserveraum stellt Hördt 89 Prozent der Fläche, um 32 Millionen Kubikmeter Wasser zurückzuhalten“, berichtete der Bürgermeister. „Dafür fordern wir zu Recht Entgegenkommen vom Land.“ Die Diskussion über Windräder nahe der B9, die Unterbringung von Flüchtlingen im Ort und eine gute Infrastruktur für ältere Menschen stünden ebenfalls auf der Agenda für das neue Jahr.

Die Umsetzung der Hochwasserschutz-Pläne sei eine der größten Herausforderungen der Verbands- und Ortsgemeinde seit Ende des Zweiten Weltkriegs, sagte Verbandsbürgermeister Mathias Schardt: „Wir wollen das Planfeststellungsverfahren aktiv gestalten.“ Wer sich etwas vornimmt, sollte zuerst auf Erreichtes zurückblicken, sagte Schardt. Vorsätze dürften nicht einengen, sondern sollten Wegweiser sein. Er zitierte die „Zehn Gebote der Gelassenheit“ von Papst Johannes XXIII. und appellierte an die Zuhörer, „kleine Schritte zu gehen“.

 Dorfgemeinschaft braucht stabilen Puls

Eine Dorfgemeinschaft brauche einen „stabilen Puls, einen gesunden Herzschlag“, meinte der Vorsitzende der Kulturgemeinde Thorsten S. Verlohner. „Das sind die örtlichen Vereine und das ehrenamtliche Schaffen einzelner Bürger, die sich verantwortlich fühlen.“ In seiner Rede  nannte er exemplarisch Personen namentlich, die sich in verschiedenster Weise um das Wohl der Gemeinde bemühen. Trotz Überalterung und sinkender Mitglieder erfreuen sich die Vereine zwar noch guter Strukturen, sagte Verlohner. Doch „die zurückhaltende Beteiligung und der Abbruch der Planungen für ein Klosterfest in diesem Kalenderjahr“ zeigen die „Grenzen des Realisierbaren“ auf. Er appellierte zur Mitwirkung im Dorfleben, das für jeden Aufgaben bereithält: „Profitieren Sie davon, was Ehrenamt und Engagement für die Gemeinschaft bringt – nämlich ein hohes Selbstwertgefühl!“

Toleranz und Rücksichtnahme als gute Vorsätze

Die Jahreslosung 2015 der Christen stammt aus dem Römerbrief und lautet: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“ Es gehe dabei um Wohlfühlen, um Akzeptanz und Toleranz, sagte Eva Moßgraber vom Presbyterium. Wohl fühle man sich dort, „wo ich sein kann, wie ich bin. Wo ich mit meinen Ecken und Kanten, Stärken und Schwächen ernst genommen werde.“ Sie mahnte für das neue Jahr an, Rücksicht aus Andere zu nehmen und den Standpunkt des Gegenübers anzuschauen. Erwartungen nicht zu hoch hängen, Wohlstand und Besitz nicht als höchste Güter zu betrachten – das empfahl der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Gerhard Heil bei seiner Ansprache. Wichtig sei, in einer intakten Gemeinschaft zu leben und sich nicht aus den Augen zu verlieren. „Hellwach bleiben für das, was neben uns geschieht“, riet auch Pfarrer Michael Kolb beim Neujahrsempfang. Dafür könne Gott uns Kraft spenden. Die Pausen zwischen den Reden füllte der  katholische Kirchenchor mit Gesang.



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