Unsachgemäße Entsorgung weiter ein Problem

    Jahresfazit der GKA Rülzheim-Herxheim

    Auch 2021 war die unsachgemäße Entsorgung von Müll in der Toilette ein Problem für die Gruppenkläranlage Rülzheim-Herxheim. Doch es gibt auch positive Nachrichten.

    Betrachtet man die reinen Zahlen der Gruppenkläranlage Rülzheim-Herxheim, hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht viel verändert: 27.000 Haushalte erzeugen jährlich ca. 1,4 Millionen Kubikmeter Schmutzwasser, 1.400 Tonnen Klärschlamm, 100 Tonnen Sand und 30 Tonnen Restmüll. Auch die unsachgemäße Entsorgung von Feuchttüchern, Damenbinden und anderem Unrat in der Toilette ist weiter ein Problem. Aber es gibt auch gute Nachrichten.

    Die Gruppenkläranlage verfügt seit vergangenen August wieder über einen Auszubildenden. Maximilian Knoch verstärkt das vierköpfige Team und unterstützt seine Kollegen auch in der täglichen Arbeit. Außerdem arbeitet die Kläranlage künftig für die Messung von Mikroplastik im Abwasser mit ihrem langjährigen Partner im Bereich der Abwassermessung, dem Speyrer Unternehmen Eurofins, zusammen.

    Neben Rülzheim-Herxheim nehmen auch die Verbandsgemeinde Jockgrim und die Stadt Germersheim an den Messungen teil, die in einer längeren Trockenwetterphase, also voraussichtlich im Februar, beginnen sollen. Beworben hat sich die Kläranlage außerdem für eine Studie des Bundes, in der es um den Nachweis von Corona-Viren im Abwasser geht. Die Bewerbungsphase endete im Dezember, insgesamt werden 30 Kläranlagen ausgewählt.

    „Wir wissen natürlich nicht, ob wir für die Studie interessant sind, aber uns geht es darum, dass wir helfen möchten, möglichst viele Erkenntnisse über das Virus zu gewinnen. Wenn das dabei hilft, die Pandemie zu beenden oder Gegenmaßnahmen zu erforschen, dann hat es sich gelohnt“, erklärt Patrick Leingang, Leiter der Gruppenkläranlage. Ansonsten sei man in Gesprächen mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion, wie sich Mikroschadstoffe wie Medikamentenreste, Hormone und ähnliches aus dem Wasser filtern lassen – es gebe aber hierzu noch keine Vorgaben.

    Ärgerlich sei dagegen, dass die Bürgerinnen und Bürger nach wie vor und trotz einer Aufklärungskampagne Feuchttücher, Damenbinden und anderen Müll in der Toilette entsorgen. „Wenn die Öffnung groß genug wäre, würden manche Leute wahrscheinlich sogar Windeln im Klo runterspülen“, ärgert sich Leingang.

    Immerhin: Durch eine technische Anpassung der Pumpen konnte man der Verklumpungen halbwegs Herr werden – „das ist aber kein Freibrief, weiter gedankenlos alles Mögliche in der Toilette zu entsorgen“, betont der Leiter der Gruppenkläranlage. In der Tat: In den meisten Bädern steht ein kleiner Mülleimer. Den Müll dort zu entsorgen, kann ja nun wirklich nicht so schwer sein. Im Sinne aller Bürgerinnen und Bürger.


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