Gemeindewald wird Naturwaldreservat

    Aus dem Gemeinderat Leimersheim

    Der Gemeindewald auf dem Karlskopf wird in ein Naturwaldreservat umgewidmet. Dies beschloss der Gemeinderat Leimersheim in seiner Sitzung am 9. September. Außerdem auf der Tagesordnung: Die Kenntnisgabe der Maßnahmen der Revitalisierung des Rheinvorlands, die Festlegung der Friedhofsgebühren und die Erweiterung des Kindergartens.

    Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde einstimmig beschlossen, eine dem Rat vorliegende Bauvoranfrage im Zuge der Ausschusssitzung für Dorfentwicklung, Mobilität, Umwelt und Klimaschutz  zu behandeln.

    Im ersten Tagesordnungspunkt ging es um die Unterschutzstellung des Gemeindewalds auf dem Karlskopf. Der Wald soll als Naturwaldreservat ausgewiesen werden. Dort werden dann keine Bewirtschaftungsmaßnahmen oder sonstige menschliche Eingriffe mehr vorgenommen, um der natürlichen Entwicklung Raum zu geben. Diese Entwicklung wird durch Forschungsprojekte beobachtet und ausgewertet und daraus Schlüsse für naturnahe Waldbewirtschaftung gezogen.

    Ausnahmen von dieser natürlichen Entwicklung sind lediglich die Schnakenbekämpfung und die Jagd von Rehen, Hirschen und Wildschweinen, um überhöhte Wildbestände und damit verbundene Verbissschäden an Bäumen zu vermeiden. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd stellten in der Sitzung das Konzept für den Wald vor. Neben Aufforstungs- und Rodungsmaßnahmen möchte die SGD den gemeindeeigenen Bereich des Naturwaldreservats als Ausgleichsfläche für Waldeingriffe im Rahmen des Reserveraums für Extremhochwässer – Hördter Rheinaue nutzen.

    Der Gemeinderat stimmte der Umwidmung in ein Naturwaldreservat und der Bereitstellung als Ausgleichsfläche einstimmig zu. Die Gesamtgröße der Maßnahme sowie die Wertigkeit als Ausgleichsfläche werden dem Rat nach Auswertung durch das Forstamt zum Beschluss vorgelegt. „Die Ausweisung des Gemeindewaldes am Karlskopf als Naturwaldreservat ist eine der ökologisch bedeutsamsten Maßnahmen der letzten Jahre. In enger Abstimmung mit der SGD Süd werden wir lokal mit einem derartigen Naturwaldreservat unseren Beitrag für Biodiversität und Artenvielfalt liefern“, so Ortsbürgermeister Matthias Schardt.

    Anschließend ging es um die Revitalisierung des Rheinauenvorlandes und die Neugestaltung am Fähranleger sowie die Aufwertung von Denkmal und Brückenstelle. Details zu diesem Tagesordnungspunkt finden Sie auf der Homepage (https://www.ruelzheim.de/vg_ruelzheim/live/de/Verwaltung%20&%20Gemeinden/Aus%20dem%20Rathaus/Presse-%20und%20%C3%96ffentlichkeitsarbeit/Ortsgemeinde%20Leimersheim/Tourismus%20und%20Naherholung%20im%20Fokus/). Die Umgestaltung wird zu 90 Prozent durch das Land Rheinland-Pfalz übernommen, die restlichen Kosten in Höhe von ca. 135.000 Euro trägt die Gemeinde Leimersheim. Der Rat ermächtigte Ortsbürgermeister Matthias Schardt einstimmig, die entsprechende Vereinbarung mit dem Land Rheinland-Pfalz beziehungsweise der SGD Süd zu unterzeichnen. Ortsbürgermeister Schardt betonte: „ Ich freue mich außerordentlich, dass dieses nun lange geplante Projekt endlich in die Umsetzung gehen kann. Mit der Neugestaltung des Rheinauenvorlandes geht eine deutliche Aufwertung unseres Ortsbildes einher.“

    Bezüglich der Festlegung der Friedhofsgebühren zum 1. Januar 2022 beschloss der Gemeinderat bei einer Stimmenthaltung den Gebührensatz auf 50 Prozent Kostendeckung auszuweisen und die Gebührensätze so festzulegen wie vom Haupt- und Finanzausschuss am 2. September empfohlen. Die Gebührensätze für die einzelnen Positionen finden Sie im Ratsinformationssystem. Die Friedhofssatzung sowie die Satzung über die Erhebung von Friedhofsgebühren werden fortgeschrieben, so dass sie zum 1. Januar 2022 in Kraft treten können.

    Ebenfalls Thema war das Gestaltungskonzept für den Friedhof. Zu den Maßnahmen, die hierfür angedacht sind, zählen die Gestaltung der Grabfelder, die direkt an Friedhofshalle und Kapelle angrenzen, einschließlich der Schaffung neuer Urnenbestattungsmöglichkeiten beziehungsweise Grünflächen, die Erneuerung von Wegen und die Schaffung eines Rundwegs sowie die Ergänzung von Sitzmöglichkeiten.

    Darüber hinaus die Ergänzung des Altbaumbestandes, das Anlegen von „Ruheinseln“ durch die gezielte Anpflanzung von Hecken, eine stärkere Durchgrünung der Sarggrabfelder, die Ergänzung der Bewässerungstechnik, Schaffung von zusätzlichen Sitzmöglichkeiten und Abfalleimern, die Anlegung von extensiv genutzten niedrigwüchsigen Wiesenflächen und das Anlegen weiterer Baumbestattungsgrabfelder im südlichen Bereich oder alternativ im mittleren Bereich. Die Kosten werden auf rund 372.000 Euro geschätzt. Der Rat beschloss einstimmig,  für die geplanten Maßnahmen einen Finanzierungsantrag zur Erlangung von Zuschüssen zu erarbeiten und einzureichen.

    Unter „Kenntnisgaben“ informierte der Ortsbürgermeister, dass die im Rat zuletzt vorgestellten Grundrissplanungen zur Erweiterung des Kindergartens geändert werden müssen, da zur Herstellung der Barrierefreiheit ein Aufzug oder Plattformlift eingeplant werden muss, wodurch sich die Planungen an bestimmten Stellen leicht ändern.

    Bezüglich der Frage, ob die Leitplanken entlang der L 549 im Rheinvorland bei Hochwasserereignissen, bei denen der Steinholzdeich nicht mehr gehalten werden kann, demontiert werden können, um den Wasserabfluss zu verbessern, informierte der Ortsbürgermeister, dass der Landesbetrieb Mobilität mitgeteilt habe, dass eine solche Demontage weder technisch vertretbar, praktikabel noch wirtschaftlich sei.

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