Exportschlager „Hundsknowwlich“?

    Aus dem Gemeinderat Leimersheim – 18. Sitzung

    In der Ratssitzung am Donnerstag, den 08. Juli, diskutierten die Leimersheimer Rätinnen und Räte über die Themen Kiesabbau, Nutzungsdauer von Gräbern und gingen der Frage nach, ob Bärlauch aus dem Gemeindewald bald professionell vermarktet werden könnte.

    Der Gemeinderat beschloss zunächst einstimmig die Nutzungsdauer aktueller Grabstätten (Urnen- als auch Erdgräber) von 30 Jahre auf 20 Jahre zu reduzieren. Damit kommt die Gemeinde dem Wunsch der Nutzungsberechtigten entgegen und passt sich den umliegenden Gemeinden an. Eine Verlängerung nach Ablauf von 20 Jahren ist weiterhin möglich. Über die Gebührenkalkulation sowie die Fortschreibung von Friedhofs- und Friedhofsgebührensatzung soll nach der Sommerpause in einer gesonderten Ratssitzung beraten und beschlossen werden.

    Anschließend wurde der zukünftige Hauptbetriebsplan der Firma Wolf zum Kiesabbau beraten, gegen den der Rat keine Bedenken erhob. Der Betriebsplan ist Teil bergbaurechtlicher Genehmigungen, die die Flächen auf Leimersheimer Gemarkung als Vorrangfläche für Kiesabbau gesetzlich verankern. Die Ortsgemeinde selbst hat auf diese Ausweisung keinen Einfluss. Im Zuge des Baus des Reserveraums „Hördter Rheinaue“ wird sich die dafür benötigte Bauzuwegung auf einem Teil des Geländes der Firma Wolf befinden. Auch der Kiesverkehr soll dann diese Anbindung nutzen können.

    Danach ging es um das Thema Bärlauchernte: In Zukunft soll ein Großteil des Leimersheimer Wirtschaftswaldes im Bereich des Karlskopfes als Naturreservat ausgewiesen werden. Da durch forstwirtschaftliche Erträge die Pflege und der Erhalt des Waldes finanziert wird, stellt der Wegfall eines erheblichen Teils der aktuellen Forstfläche ein Problem dar.  Durch den Verkauf von Bärlauch könnte der daraus erzielte Gewinn wieder investiert werden, um den Wald ökologisch aufzuwerten und die laufenden Maßnahmen aufrecht zu erhalten. Der Bereich, der für eine professionelle und durch eine Firma betriebene Bärlauchernte in Frage käme, wäre ca. 130 Hektar groß. Als Vergleichswert für die Einnahmen, die durch den Verkauf von Bärlauch erzielt werden könnten, ist beispielsweise der Verkauf von Bärlauch in einem Wert von ca. 15.000 € aus dem Gemeindewald Hördt allein in diesem Jahr zu nennen. Einstimmig beschloss der Rat alsdann die Beauftragung eine ökologischen Gutachtens zur Bärlauchernte in einer Größenordnung von 3.000 €.

    Es folgten Auftragsvergaben. Die gesetzlich vorgeschriebene Überprüfung der gemeindeeigenen Brücken wurde einstimmig an das Ingenieurbüro PSB-GmbH vergeben, auf die Ortsgemeinde entfällt hierbei ein Kostenanteil von ca. 8.000 €. Einstimmig beschloss man auch erste Auftragsvergaben zur Erweiterung der Leimersheimer Kita, u.a. zu Bauphysik, Brandschutz und Tragwerksplanung. Da zum Teilbereich „Energieberatung“ keine Angebot vorlag, wurde die Verwaltung und Ortsbürgermeister Matthias Schardt ermächtigt das Angebot neu auszuschreiben. Beinhalten soll das Angebot mindestens  Energie-Standard KFW55 sowie einen Fokus auf das Thema Treibhausgasbilanz.

    Die Heizungsanlage in der Hugo-Dörrler-Halle funktioniert nur noch eingeschränkt, ein Austausch der Anlage wird auf absehbare Zeit von Nöten sein. Der Gemeinderat beschloss für die Neuanschaffung eine Planungsleistung zu vergeben, die eine mögliche integrierte PV-Anlage auf dem Dach miteinbeziehen soll. Die Verwaltung soll hierzu Angebote von Fachplaner einholen, um eine ganzheitliche, dem Zeitgeist entsprechende Betrachtung der energetischen Versorgung sicherstellen zu können. Auch diese Entscheidung wurde einstimmig getroffen.

    Bei den dem Gemeinderat vorliegenden Bauanfragen wurde der Bau eines dreigeschossigen Wohnhauses in der Siemensstraße versagt, einer Umnutzung eines Wohngebäudes in der Waldstraße sowie dem Bau eines Garteneingangs im Seelhof wurde zugestimmt.

    Ortsbürgermeister Matthias Schardt gab zur Kenntnis, dass in der nächsten Zeit in der Tullastraße im östlichen Gehweg aufgrund von Kabelbrüchen Elektrokabel erneuert werden.

    Zudem erhalte die Ortsgemeinde eine Bundeswaldprämie für den Kommunalwald von 20.800 €, die dem Wald zurückgeführt werden soll.

    Weiterhin gab Schardt zur Kenntnis, dass der Jugendtreff nach den Umbaumaßnahmen nach den Sommerferien starten wird.

    Im Zuge der aktuellen Diskussion auf Ebene der Verbandsgemeinde um Luftfilteranlagen positionierte sich Ortsbürgermeister Schardt auch für die Ortsgemeinde Leimersheim: „Die Forderung nach mobilen Luftfilteranlagen und den damit verbundenen Wunsch zum Wohl und zum Gesundheitsschutz unserer Kinder teilt die Verwaltung uneingeschränkt. Gesamtgesellschaftlich müssen wir alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten in Erwägung ziehen, um zukünftig den Präsenzunterricht dauerhaft garantieren zu können. Dennoch verhindern mobile Luftfilteranlagen nicht automatisch den Wechselunterricht“, so Bürgermeister Matthias Schardt weiter. „Die Entscheidung trifft hierbei das Land und von dessen Seite werden diesbezüglich keine einheitlichen Regelungen getroffen, da der tatsächliche Beitrag von Luftfilteranlagen zum Infektionsschutz auch wissenschaftlich noch kontrovers diskutiert wird.“ Man stehe in enger Abstimmung mit der benachbarten Verwaltungen aus Jockgrim, die eigeninitiativ aktuell eine Test- und Prüfphase mit mobilen Luftfiltergeräten gestartet hat. Sollte sich hierbei herausstellen, dass die Geräte zu einer entscheidenden Verbesserung beim Infektionsschutz beitragen, werde sich die Verbandsgemeinde Rülzheim den Ausschreibungen anschließen und ebenfalls mobile Luftfilteranlagen anschaffen. 

    Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung wurden Grundstücks- Friedhofs und Kaufangelegenheiten thematisiert.

    Sie finden sämtliche Beschlussvorlagen wie gewohnt unter folgendem Link.

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