Deichschau in Leimersheim – Neubau des Schöpfwerks wichtiger Baustein

    Integraler Bestandteil des Hochwasserschutzes

    Der Neubau des Schöpfwerks in Leimersheim ist ein integraler Bestandteil des Hochwasserschutzkonzeptes für die Deichstrecke Berg bis Römerberg. Im Rahmen der Deichschau 2021, bei der unter anderem Vertreter der SGD Süd, der Unteren Wasserbehörde, der Freiwilligen Feuerwehr und Bürgermeister Matthias Schardt anwesend waren, erläuterte Prof. Dr. Hannes Kopf, Präsident der SGD Süd, die einzelnen Abschnitte des Neubauprojekts.

    Der Neubau des Schöpfwerks Leimersheim einschließlich der Entschlammung des „Fischmals“ und der Anpassung der Binnenentwässerung ist Teil der „Vorgezogenen Maßnahmen“ im Rahmen des Reserveraums für Extremhochwasser in Hördt. Die Errichtung des neuen Schöpfwerks war notwendig geworden, da die Pumpleistung des bestehenden Schöpfwerks von bis zu 6,6 Kubikmetern pro Sekunde nicht ausreicht, um die Rheinniederung zukünftig bei Einsatz des Reserveraums zu entwässern. Das neue Schöpfwerk, das auf der Deichkrone liegen wird, verfügt künftig über vier Pumpen mit einer Leistung von jeweils 3,5 Kubikmetern pro Sekunde, insgesamt also 14 Kubikmetern.

    Ein Teil der Maßnahmen, die den Neubau des Schöpfwerks flankieren, wurde bereits begonnen. Im September 2020 begannen die Arbeiten zunächst mit dem Zulaufkanal und der Errichtung einer neuen Fußgänger- und Radfahrerbrücke. Noch in diesem Frühjahr werden außerdem die Umbauarbeiten an der Straße L549 beginnen; im zweiten Halbjahr 2021 geht es dann an den Neubau des Schöpfwerks selbst, das 2023 in Betrieb gehen soll. Die Gesamtkosten für die Maßnahmen belaufen sich auf rund 10 Millionen Euro.

    „Um bei der Realisierung des Reserveraums Hördt und dessen Flutung die sichere Funktion und damit den Schutz der Niederung zu gewährleisten, sind umfangreiche Anpassungen an der Binnenentwässerung nötig. Ein Teil davon ist der vorgezogene Neubau des Schöpfwerks Leimersheim als integraler Bestandteil des Hochwasserschutzes in der Region. Die Umsetzung des Projekts verläuft nach Plan und wird nach Abschluss einen erheblichen Beitrag zur Sicherheit leisten“, so Prof. Dr. Hannes Kopf.

    „Ich bedanke mich bei der SGD Süd und allen anderen Behörden und Beteiligten, dass der Neubau des Schöpfwerks vorangetrieben wird. Der Reserveraum ist eine sinnvolle Maßnahme, um den Hochwasserschutz im Katastrophenfall zu verbessern.“ Matthias Schardt betonte allerdings, dass der Reserveraum erst in Betrieb gehen könne, wenn alle anderen Rückhaltemaßnahmen am Oberrhein abgeschlossen und in Betrieb seien. „Wir lehnen weiterhin einen Polder durch die Hintertür ab“, so der Bürgermeister.

    Er unterstrich die akzeptanzfördernden Maßnahmen als wesentlichen Bestandteil der Zusammenarbeit mit den Gemeinden der Verbandsgemeinde. „Es drückt uns beim Radweg Hördt-Bellheim, weil wir hier seit Jahren keinen neuen Sachstand haben und das Projekt nicht weitergegangen ist.“ Hier forderte der Bürgermeister nachhaltige Anstrengungen, zeitnah in die Realisierung einsteigen zu können.

    Die aktuellen Maßnahmen zeigten einen sehr starken Bezug auf die Freizeitnutzung durch die Bürger. „Die neuen Wegebeziehungen, barrierefreier Angelplatz am Fischmal, neue Fußgänger- und Radfahrbrücke sind tolle Bereicherungen für Leimersheim und seine Bürgerinnen und Bürger.“

    Zur Deichschau:
    Die Deichmeisterei/Neubaugruppe Hochwasserschutz in Speyer ist eine Dienststelle der SGD Süd und verantwortlich für Planung, Bau, Betrieb und Unterhalt der pfälzischen Deiche und Hochwasserschutzanlagen am Rhein zwischen der französischen Grenze und Worms. Die Deichstrecke beträgt insgesamt rund 110 Kilometer Rheinhauptdeichlinie einschließlich 28 Kilometer Rückstau-, Vor- und Riegeldeiche. Die insgesamt 138 Kilometer teilen sich in die Strecke „Süd“ bis Speyer und die Strecke „Nord“ ab Speyer, die jeweils jährlich im Wechsel begangen werden.

    Bei der Deichschau werden der Zustand der Deiche, der Hochwasserschutzwände, mobilen Einrichtungen und Nebenanlagen sowie das Vorkommen von Wühltieren und Pflanzenarten, die die Deiche gefährden, überprüft. Außerdem war bei der diesjährigen Deichschau auch die Nachsorge zum Hochwasser im Februar 2021 Thema.

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