Streuobstwiese und Lehrfläche geplant

    Aus dem Gemeinderat Kuhardt

    In der Sitzung des Gemeinderats Kuhardt von Dienstag, 18. Mai, standen mehrere wichtige Themen auf der Tagesordnung: Neben der Neugestaltung des Friedhofsgeländes und der Sanierung der Gehwege in der Kirchstraße ging es auch um die Einrichtung einer Streuobstwiese am Ortsrand Richtung Neupotz. Darüber hinaus standen eine Einvernehmensentscheidung und zwei Zustimmungen zu Bauvorhaben in anderen Gemeinden zur Abstimmung.

    Der erste Tagesordnungspunkt betraf das Vorhaben der Ortsgemeinde Rülzheim bezüglich des Neubaus der KiTa „Villa Zauberwald“ auf der Fläche neben der Straußenfarm. Bevor der Verbandsgemeinderat über die Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen von Bürgerinnen und Bürgern und Behörden sowie die Aufstellung des Plans entscheiden kann, ist vorab eine Zustimmung der Ortsgemeinden erforderlich, die der Gemeinderat Kuhardt einstimmig erteilte. Ebenso einstimmig fiel die Zustimmung zur Änderung des Flächennutzungsplans für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Hördt aus, die aus denselben Gründen erforderlich war.

    Anschließend ging es um die Neugestaltung des Friedhofsgeländes: In den vergangenen Wochen hatten Ortsspitze und Verbandsgemeindeverwaltung das Gelände hinsichtlich der baulichen und gestalterischen Gesamtsituation überprüft. Dabei ergab sich Verbesserungspotential, insbesondere hinsichtlich der steigenden Nachfrage nach alternativen Bestattungsformen wie Baum- und Urnenbestattung sowie bezüglich der vorhandenen Wegebeziehungen und Grünstrukturen.

    Um zu klären, welche Verbesserungsmaßnahmen umgesetzt werden können, wurde Kontakt zu Landschaftsarchitekt Kurt Garrecht aufgenommen, der nach einem Vor-Ort-Termin erste konzeptionelle Überlegungen vorlegte. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, ihn mit der Erstellung eines Konzeptes inklusive Kostenkalkulation zu beauftragen; der Auftrag ist begrenzt auf 20 Stunden à 62 Euro netto. Ebenso einstimmig wurde die Verwaltung beauftragt, nach Vorlage von Konzept und Kalkulation zu eruieren, wie eine Umsetzung der Maßnahmen zeitlich und finanziell erfolgen kann und ob es Fördermöglichkeiten gibt.

    Im Zuge der Sanierung der Kirchstraße in Kuhardt ab September/Oktober durch den Landesbetrieb Mobilität (LBM) sollen auch die Gehwege entsprechend ertüchtigt werden. Diese stehen – anders als die Kirchstraße, die in Landesbesitz ist – in der Baulast der Ortsgemeinde. Zwar ist der genaue Umfang der Arbeiten noch unklar, die Gemeinde geht aber nur von der Reparatur der vorhandenen Gehwege an relevanten Stellen aus. Der Gemeinderat vergab den Auftrag zur Ausschreibungsvorbereitung und Bauleitung in Höhe von rund 2.100 Euro einstimmig an das Ingenieurbüro Herbert Clade in Neustadt.

    Beim nächsten Tagesordnungspunkt ging es um die Einrichtung einer Streuobstwiese und einer Lehrfläche. Die beiden Maßnahmen stehen in Zusammenhang mit der Teilnahme der Verbandsgemeinde Rülzheim an einem Pilotprojekt zur ökologischen Flächenpflege, das noch in diesem Quartal starten soll. Daher soll am Ortsrand Richtung Neupotz eine Streuobstwiese mit einer Gesamtfläche von rund 3.450 Quadratmetern und 42 Obstbäumen entstehen. Die Kosten liegen bei ca. 5.000 Euro. Die Maßnahme soll in den nächsten zwei Jahren Schritt für Schritt umgesetzt werden; angedacht ist auch, dass interessierte Bürgerinnen und Bürger Baumpatenschaften übernehmen können und entsprechend Baumschnittkurse angeboten werden.

    Direkt angrenzend an die Fläche befindet sich eine ehemalige Lagergrube. Dort kann laut Einschätzung der ökologischen Projektbegleitung der Verbandsgemeinde ohne nennenswerten Mehraufwand eine Lehrfläche entstehen. Aufgrund ihrer Lage mit Heckenstrukturen, freien, besonnten Erdflächen und Wiesenvegetation bietet sie bereits jetzt einen vielfältigen Lebensraum. Sie könnte durch die Aufschüttung von beispielsweise kleinen Stein- oder Sandhaufen und einem Totholzhaufen oder Insektenhotel erweitert und unter anderem von der Grundschule für Lehrausflüge genutzt werden. Die Arbeiten können durch den Bauhof durchgeführt werden. Kostenmäßig werden lediglich minimale Auszahlungen im Rahmen der Flächenunterhaltung erwartet.

    Der Gemeinderat beschloss die Schaffung einer Streuobstwiese und ermächtigte Ortsbürgermeister Christian Schwab einstimmig, die Aufträge zur Beschaffung der Obstbäume zu vergeben. Auch die Umwandlung der Lager- in eine Lehrfläche wurde einstimmig beschlossen.

    Bezüglich des Neubaus eines Carports mit Fahrradabstellraum und Holzlager in der Hauptstraße erklärte der Gemeinderat einstimmig sein Einvernehmen.

    Anschließend gab Christian Schwab bekannt, dass der Gemeinderat ihn im Umlaufverfahren einstimmig ermächtigt hatte, die Bauleistungen zur Schaffung einer direkten Fußwegeverbindung zwischen Dorfplatz und Friedhof inklusive Pflanzarbeiten und Rückschnitten in Höhe von rund 15.500 Euro an den wirtschaftlichsten Bieter zu vergeben.

    Außerdem informierte der Ortsbürgermeister darüber, dass der Weg zwischen Friedhof und Sportplatz wieder dauerhaft geöffnet ist. Zudem wird in Kürze der Landesbetrieb Mobilität (LBM) einen Verkehrsversuch am Ortseingang von Rülzheim kommend durchführen. Der Versuch ist die Vorstufe in dem Bestreben, dort einen Fahrbahnteiler zu installieren, um die Geschwindigkeit und damit einhergehende Lärmentwicklung zu reduzieren.

    Für den hinteren Bereich des Friedhofs, wo die Baumbestattungen durchgeführt werden und gemäß Satzung das Ablegen von Grabschmuck nicht erlaubt ist, wurde ein Kompromiss gefunden: Die Tafeln, auf denen die Namen der Verstorbenen vermerkt sind, werden mit einem 1,20x1,20 großen Holzrahmen eingefasst und mit Hackschnitzeln oder Rindenmulch aufgefüllt. Dort kann künftig dann Grabschmuck platziert werden.

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