Spargelhof Fischer in Hördt trotz Corona-Krise erfolgreich

    Trend zu regionalen Produkten hält an

    Die diesjährige Spargelsaison kann man wettertechnisch getrost als durchwachsen bezeichnen: Regen und niedrige Temperaturen sorgten für alles andere als optimale Bedingungen. Auch der Spargelhof Fischer in Hördt produzierte nur halb so viel Spargel wie im Vorjahr. Dennoch sind Markus Fischer und sein Team zufrieden: Der Trend zu regionalen Produkten hält an – davon profitiert auch der Hofladen.

    „Wir sind froh, dass wir jetzt ein paar sonnige Tage hatten“, erklärt Markus Fischer, der den Hofladen gemeinsam mit seiner Frau im vergangenen Jahr von seinen Eltern übernommen hatte. Sie hatten das Geschäft 1982 gegründet. Das sei einerseits aus Altersgründen geschehen, hauptsächlich aber habe der Umgang mit der Corona-Krise dazu beigetragen, den Führungswechsel zu beschleunigen. Seine Frau führt den Spargelhof, er selbst ist verantwortlich für andere Produkte wie etwa Tabak.

    Zu den Änderungen, die die Übernahme mit sich brachte, gehört eine noch stärkere Fokussierung auf Qualität und damit einhergehend die Reduzierung des Sortiments: „Meine Eltern haben noch 16 Sorten Spargel verkauft und auch an Großmärkte geliefert. Wir haben die Anbaufläche um rund die Hälfte verkleinert und bauen nun auf rund 3,5 Hektar weißen und auf einem Hektar grünen und violetten Spargel an. Unsere Produkte gibt es ausschließlich im Hofladen zu kaufen“, berichtet Markus Fischer.

    Die Kundinnen und Kunden honorieren das neue Konzept, der Andrang sei eher noch gestiegen. Aus diesem Grund rechnet er damit, dass der Trend zu regionalen Produkten auch nach Corona anhält – wobei er das Virus nicht als Auslöser für die gute Entwicklung von Hofläden und regionalen Erzeugern sieht. „Das große Interesse an regional erzeugten Produkten war vorher schon zu spüren und hat in den letzten Jahren zugenommen. Corona hat das sicherlich noch einmal verstärkt.Es wird ohne Zweifel auch weiterhin diejenigen geben, die ihr Gemüse im Supermarkt einkaufen, aber wir stellen fest, dass immer mehr Menschen den Weg zu uns finden und sehr viel mehr auf Qualität achten als früher. Und die sind dann auch sehr angetan von der guten Atmosphäre in unserem Team. Das freut uns zusätzlich.“

    In Sachen Spargel beobachtet Markus Fischer eine Trendwende: Derzeit boome der grüne Spargel regelrecht, gerade beim Grillen sei er sehr beliebt. „Es ist gut möglich, dass wir in Zukunft etwas mehr auf diese Sorte setzen und dafür die Produktion von weißem Spargel etwas zurückfahren. Da lassen wir uns überraschen.“



    Gut vorbereitet auf die Zukunft
    Die Corona-Krise habe im vergangenen Jahr auch den Arbeitsablauf auf dem Spargelhof durcheinandergebracht – insbesondere bei den Saisonarbeitskräften: „Das war letztes Jahr schwierig mit der Anreise, den Testungen und der Einhaltung und Überwachung aller notwendigen Maßnahmen. Aber wir haben es hinbekommen. Jetzt haben wir im Wohnhaus alles umgebaut und die Apartments mit eigenen Bädern und einer Küche ausgestattet, so dass immer nur zwei Personen in einer Wohnung zusammen sind. Wir lassen die Gruppen über die vollen vier Monate, die sie hier sind, zusammen und durchmischen sie nicht. Außerdem testen wir regelmäßig. Das gilt für den ganzen Betrieb“, so Markus Fischer.

    Der Spargelhof ist also gewappnet für die Zukunft. Eines wird nach Corona aber in jedem Fall beibehalten, wie er augenzwinkernd betont: „Die Trennscheibe im Hofladen bleibt. Sie verhindert, dass Kundinnen und Kunden mit den Worten ‚ich nämm die do‘ unsere Ware berühren. Es klappt ja jetzt auch so ganz gut.“


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