Außengelände der KiTa St. Georg nimmt Gestalt an

    „Die Hilfsbereitschaft ist sensationell!“

    Das Außengelände der KiTa St. Georg in Hördt nimmt Gestalt an. Die Hilfsbereitschaft von Ehrenamtlichen und Institutionen ist dabei groß - in Sachen Material wie finanziell.

    „Die Hilfsbereitschaft beim Ausbau unseres Außengeländes ist sensationell“, sagt Eva Dollt, Vorsitzende des Fördervereins für den katholischen Kindergarten St. Georg. Rund zwei Drittel der Elternschaft beteiligt sich an den Bauwochenenden  zum Ausbau des Außengeländes, viele davon kommen mehrfach zu den fünfstündigen Schichten donnerstags, freitags und samstags.

    „Schwarmkraft“ nennt Dollt das Phänomen: Viele Eltern wollen einen Mehrwert für die Gemeinde schaffen, auch über die Kindergartenzeit ihrer Sprösslinge hinaus. Neben den Ehrenamtlichen sind große Unterstützer des Projektes die Dietmar Hopp Stiftung, BILD hilft e. V. „Ein Herz für Kinder“, die VR Bank Südpfalz, die katholische Kirche und die Ortsgemeinde sowie zahlreiche regionale Unternehmen – sei es mit großzügigen Materialspenden oder mit Geldzuwendungen. Nicht zuletzt unterstützen viele Privatpersonen aus Hördt und darüber hinaus das Projekt, zum Beispiel im Rahmen des Crowdfundings der VR Bank Südpfalz.


    Anlass für den Aus- und Umbau des Außengeländes waren die beiden Erweiterungsbauten für die Gruppe IV und V der KiTa, denn diese gingen zulasten der Spielfläche im Außenbereich. Also sei man mit einer Elterninitiative auf die Gemeinde zugekommen und habe um Unterstützung gebeten, berichtet Tobias Dollt, Elternvertreter und Ehemann der Vorsitzenden. 250 Quadratmeter Fläche habe die Gemeinde zur Verfügung gestellt. „Ehrlich gesagt hatten wir am Anfang nur vor, da Rasen einzusäen und zwei Fußballtore hinzustellen“, gibt Dollt mit einem Augenzwinkern zu. Dann jedoch habe es Kontakt zum Verein „Naturspur“ gegeben, der in Leimersheim bereits aktiv war, ein großes Projekt an der Realschule Germersheim realisierte und in den letzten 20 Jahren bereits 160 Spielplätze gebaut hat.

    Der Verein plant unter anderem Spielplätze nach der Maßgabe von Nachhaltigkeit, Natur und Erlebnispädagogik. Die Kinder dürfen in einer „Planungswerkstatt“ von Anfang an mitbestimmen, wie der Spielplatz aussehen soll. Auch das KiTa-Team und die Eltern werden mit einbezogen. „Unsere Planungsphase ist ausführlicher und ausdrücklich auf Beteiligung ausgelegt. Wir arbeiten nicht nach Schema F, sondern passen uns den jeweiligen Gegebenheiten an“, erklärt Johannes Wütscher, stellvertretender Vorstand von „Naturspur“.

    Entsprechend wird es zwei große Themenbereiche geben: Einerseits einen Motorikbereich mit vielen Auf- und Abstiegen, Rutsche, Klettermöglichkeiten, römischen Ringen und Seilverbindungen geben, auf dem sich 40 bis 50 Kinder bewegen können, ohne dass es zu Rangeleien kommt. Auf der anderen Seite entsteht ein Wasserbereich mit Sandsteinen, in dem die Kinder ganz klassisch im Matsch spielen können. Das Wasser für den Bereich kommt aus einem alten Weinfass, das zwischen 200 und 250 Liter fasst. „Das wird dann einmal gefüllt und wenn es leer ist, ist es erstmal leer“, schildert Wütscher. Das mache den Umgang mit Wasser als einer kostbaren Ressource greifbar für die Kinder.

    Die sind mit Feuereifer dabei, berichtet Eva Dollt: „Sie fahren mit kleinen Schubkarren Sand durch die Gegend, kehren die Wege oder entfernen Steine aus den Beeten. Alles freiwillig – durch die Beteiligung identifizieren sie sich mit ihrem Spielplatz und sind stolz darauf. Den Netzschaukelbereich haben die Gruppen selbst mit Holzhäcksel aufgefüllt.“

    Alle sechs Monate ist außerdem ein Erhaltungstag geplant, um sicherzustellen, dass der Spielplatz in gutem Zustand bleibt. Gedanken um die Haltbarkeit müsse man sich übrigens keine machen, sagt Wütscher: Das verbaute Holz komme unbehandelt in den Boden, obendrein sei Robinienholz schädlingsbeständig. 20 bis 25 Jahre halten die Konstruktionen im Regelfall, ohne dass etwas ersetzt werden müsse. Und selbst wenn eine Reparatur erforderlich sei, könne das durch die Bauweise problemlos getan werden.

    Mit im Boot  bei den Arbeiten auf dem Außengelände ist auch die VR Bank Südpfalz: Während der Europäischen Nachhaltigkeitswoche halfen 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen des jährlichen hausinternen VR-Nachhaltig-Aktiv-Tags beim Transport von 40 Tonnen Material, hauptsächlich Fallschutzriesel und Holzhäcksel, vom Lkw zur Baustelle.

    „Wir haben die KiTa St. Georg schon in der Vergangenheit unterstützt – und Nachhaltigkeit bedeutet ja auch, Projekte durchgängig zu begleiten. Daher haben wir in diesem Jahr mitgeholfen. Im Regionalmarkt Rülzheim waren wir die  Gruppe mit den meisten Helfenden“, freut sich Christian Bauchhenß, Regionaldirektor und als Hördter Bürger natürlich mit Herzblut bei der Sache.

    Vor dem großen Einsatz der Eltern könne er nur den Hut ziehen und es beweise: „Wer sagt, dass es in der heutigen Ich-Gesellschaft kein Ehrenamt mehr gibt, irrt sich: Es braucht nur ein paar engagierte Menschen, die vorangehen und die Idee ins Rollen bringen!“

    Ein weiterer Pluspunkt des gemeinschaftlichen Engagements: Es hilft bei der Integration in die Dorfgemeinschaft, berichtet Eva Dollt: „Eine alleinerziehende Mama, die neu in Hördt war, hat sich bei der Eingewöhnung ihrer Kinder nach den Sommerferien bei uns am Infostand gemeldet und spontan gesagt, dass sie mithelfen will. Sie war inzwischen schon sechsmal als Helferin dabei und hat sich inzwischen sogar in den Elternausschuss wählen lassen.“

    Johannes Wütscher, stellvertretender Vorstand von Naturspur, Eva Dollt, Vorsitzende des Fördervereins, Stephanie Verlohnter, KiTa-Leiterin, Tobias Dollt, Elternvertreter und Christian Bauchhenß, Regionaldirektor der VR Bank (von links)

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