Auszeichnung für Prozesse, Organisation und Erfolg

    HC-Kunststoffwerk Rülzheim erhält Innovationspreis

    Die HC-Kunststoffwerk Rülzheim GmbH wurde von „Top 100“ in den Kategorien „Innovationserfolg“ und „Innovative Prozesse und Organisation“ ausgezeichnet. Das Unternehmen fertigt Ablaufschläuche für den Automotive-Markt und weitere Industriebranchen.

    Geschäftsführer Fabian Schwarz erläuterte bei einem gemeinsamen Termin mit Landrat Dr. Fritz Brechtel, Verbandsbürgermeister Matthias Schardt und Ortsbürgermeister Reiner Hör die Strategie des Unternehmens, die für diese Auszeichnung maßgeblich verantwortlich sei: „Wir haben uns stark auf innovative Prozesse und Produkte fokussiert und dabei auch die Kosteneffizienz im Blick gehabt. So konnten wir in den letzten zwei bis drei Jahren eine ganze Reihe neuartiger Produkte am Markt platzieren, die sehr erfolgreich sind.“

    Verbandsbürgermeister Matthias Schardt, Hardy Weisenburger (Geschäftsführer HC), Ortsbürgermeister Reiner Hör, Fabian Schwarz (Geschäftsführer HC), Landrat Dr. Fritz Brechtel (von links)

    Eines davon ist ein neuartiges Wasserablaufsystem, das in einer Roboterzelle (einer Art Käfig, in der ein Roboter untergebracht ist) hergestellt wird. Durch dieses Herstellungsverfahren konnten die Verarbeitungsschritte von vier auf zwei Schritte halbiert werden. „Das ist eine bahnbrechende Neuerung, die aber auch mit Risiken verbunden war – sowohl finanziell als auch was die investierten Projektstunden betrifft. So eine Anlage gibt es weltweit nur bei uns“, so Geschäftsführer Hardy Weisenburger. Mittlerweile verkauft HC die neu entwickelten Schläuche sogar nach China.

    Corona verkürzt Entwicklungszeit
    Der Weg bis zu diesem Erfolg sei nicht gradlinig verlaufen, so Schwarz, der betont: „Wir geben beim ersten Scheitern nicht auf, denn jeder Fehlversuch liefert auch einen Erkenntnisgewinn.“ Dieses Credo führte auch zur neuesten Entwicklung von HC, die die Firma im März zum Patent angemeldet hat: einen Schlauch, der nicht mehr knickt. Bisherige Wasserablaufschläuche haben das Problem, dass sie leicht knicken. Das führt zu einem „Memory-Effekt“, der den Wasserablauf fast vollständig verhindert.

    Dank einer neuartigen Technik hat HC nun einen „unknickbaren“ Schlauch entwickelt. „Wir haben die Corona-Zeit genutzt und massiv Kapazitäten in die Weiterentwicklung dieses Schlauchs investiert. Es standen fast alle Maschinen zur Verfügung, die Schlüsselpersonen waren auch vor Ort. Die Entwicklung begann vor drei Jahren schon, Mitte letzten Jahres haben wir eine Testanlage für diese Schlauchart eingerichtet. Wir haben in diesen drei Monaten immense Fortschritte gemacht“, erklärt Weisenburger.

    Mitarbeiter in Corona-Zeit nicht alleine gelassen
    Das Unternehmen musste zwar für seine Mitarbeiter Kurzarbeit anmelden, hat die Zahlungen aber aus eigenen Mitteln aufgestockt. „Firmen mit einem sozialen Gewissen sind für eine Dorfgemeinschaft unheimlich wichtig und deshalb freut mich der Innovationspreis sogar noch mehr. Ihr habt ihn euch verdient“, so Hör. Schardt hob hervor, dass Unternehmen wie HC eine Strahlkraft und einen Vorbildcharakter für die gesamte Verbandsgemeinde als Standort innovativer Firmen haben.

    Über die „Top 100“-Auszeichnung
    „Top 100“ ist das einzige Benchmarking für Innovationsmanagement in Deutschland und gilt als wichtigste Auszeichnung für innovative mittelständische Unternehmen. Seit 1993 kürt eine Jury aus Wissenschaft, Industrie und Politik in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen Leiter die Sieger der „Top 100“-Auszeichnung. Projektpartner sind die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung und der Bundesverband mittelständische Wirtschaft. Mentor ist Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar.

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