„Verantwortungsvoll mit der Freiheit umgehen“

    Pfarrer Jan Meckler zu Gottesdiensten und Lockerungen

    Seit Sonntag, 3. Mai, dürfen wieder offiziell – wenn auch unter Auflagen – Gottesdienste stattfinden. „Das stellt uns vor Herausforderungen. Wir dürfen – müssen aber nicht. Diese Freiheit stellt uns vor die Wahl. Das Presbyterium – also das Leitungsgremium der evangelischen Kirche Rülzheim – hat sich dazu entschieden, voraussichtlich erst ab 31. Mai, also an Pfingsten, wieder Gottesdienste zu feiern. Wir wollen es langsam angehen lassen“, so Pfarrer Jan Meckler in seinem Wort zur Woche.

    Abstandsregeln, Maskenpflicht, Desinfektionsmittel, kein Gesang: Es gebe vieles zu bedenken, deshalb brauche man noch ein wenig Zeit. Jan Meckler fragt in seinem Video: „Wo nehmen Sie sich neue Freiheiten und wo halten Sie sich zurück?“ Es gehe in der nahen Zukunft darum, die Situation genau einzuschätzen und damit umzugehen. „Auch wenn sich vor allem unsere Kinder freuen, dass die Spielplätze wieder geöffnet sind, muss der Besuch dort mit Vorsicht geschehen; jede Familie muss selbst entscheiden, wie sie mit der Situation umgeht.“

    Der Pfarrer betont die Eigenverantwortung: Wenn die Vorgaben lockerer werden, müsse jeder für sich verantwortungsvoll mit den Entscheidungen umgehen. Aus diesem Grund habe sich die Kirchengemeinde entschieden, vorerst noch keine Gottesdienste zu feiern – so schwer das fällt: „Sicherlich werden einige traurig darüber sein, vielleicht sogar unsere Entscheidung nicht verstehen oder nicht gut finden. Doch unter dem Fokus der Nächstenliebe – und dem Schutz unserer Liebsten, erscheint es uns derzeit als einzig sinnvolle Lösung. Am Wichtigsten für uns ist der Gesundheitsschutz unserer Gemeindeglieder.“

    Gerade ältere Gemeindemitglieder, Menschen mit Vorerkrankungen, gelte es zu schützen: „Wir kennen uns doch hier – wir sind doch nicht anonym: Das sind Gerd, Helga, Dagmar, Gerlinde, Rainer, Rosmarie und so weiter. Und auf die möchte ich doch aufpassen. Das ist für mich mehr als ein abstraktes Gebot der Nächstenliebe. Es würde mir doch das Herz brechen,  wenn sich jemand hier ansteckt und – Gott behüte – stirbt“, wirbt Pfarrer Jan Meckler um Verständnis.

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