OrtsgemeindenLeimersheim
 
Leimersheim
Leimersheimer Wappen
Geschichtliches
Die über 1200 Jahre alte Gemeinde Leimersheim, ein ehemaliges Fischer- und Schifferdorf, liegt mit ihrer Gemarkung im Tiefgestade der Rheinniederung, etwa in der Mitte des Landkreises Germersheim. Der gesamte Gemarkungsbereich ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Der Ort wurde erstmals in einer Urkunde im Jahre 778 unter der damaligen Bezeichnung Leidmaresheim erwähnt. Bronzefunde aus der Römerzeit beweisen jedoch, daß die Rheinniederung bei Leimersheim schon sehr viel früher besiedelt war. 960 ging das Dorf an den "Edlen Rudolf", der eine wehrhafte Burg bauen ließ. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die Burg abgerissen.
Im Leimersheimer Schloß wurden regelmäßig vor dem Brunnen Gerichtstage abgehalten. Dadurch sollten Rechte und Pflichten der Bewohner in Erinnerung gebracht werden. Die auf diese Weise festgestellten Rechtsansprüche nannte man Weistum. Die Pfarrkirche, wiederholt zerstört, wurde um das Jahr 1730 neu erbaut.

1875 wurde von dem damaligen Gemeindeeinnehmer und späteren Ehrenbürger Abraham Weil die Gemeindesparkasse gegründet. In der Neujahrsnacht des Jahres 1883 mußten die Einwohner nach Kuhardt und Rülzheim flüchten, weil der Rheinstrom nach einem Dammbruch den Ort überschwemmte. In den vorausgegangenen Jahrzehnten war unter der Leitung des badischen Obersten Tulla auch bei Leimersheim eine Rheinbegradigung durchgeführt worden und neue Rheindämme sollten Schutz vor dem alljährlich auftretenden Rheinhochwasser bieten.
Kurz nach Ausbruch des 2. Weltkrieges 1940 wurde die Leimersheimer Fähre durch eine Flußmine zerstört. Das neue Fährschiff wurde noch Ende des Krieges eingesetzt und mußte im März 1945 erneut versenkt werden.
1960 wurde die "Villa Serr" neues Gemeindehaus. 1964 begann der Neubau der Kardinal-Wendel-Schule und der Schulturnhalle, die dann im November 1966 eingeweiht werden konnten. 1969 erhielt die Gemeinde Leimersheim als Bundessieger im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" die Goldplakette.

1970 wurde am Synagogenplatz eine Erinnerungsstätte zum Gedenken an die früheren Leimersheimer Mitbürger geschaffen, die Opfer der Gewaltherrschaft von 1933 - 1945 wurden. Auf dem Friedhof entstand eine Friedhofshalle. 1974 baute die Gemeinde einen modernen Kindergarten und die Feuerwehr erhielt ein neues Feuerwehrgerätehaus.
Im Juli 1978 beging Leimersheim die 1200-Jahr-Feier mit einer Festwoche. 1983 wurde die Sport- und Freizeithalle am Fischmal für Sport- und kulturelle Veranstaltungen errichtet. Seit 1985 verbindet ein Radfahrweg den Radwanderweg "Rheinaue" mit den Gemeinden Leimersheim, Kuhardt und Rülzheim.
Bei der Sport- und Freizeithalle wurde ein Musikpavillon mit großzügiger Freiterrasse zur Nutzung durch musische Vereine errichtet. Dem Friedhof gegenüber wurde eine Marien-Gedenkstätte mit einer "La Salette Marienstatue" plaziert, die vor allem im Monat Mai Ziel von Marienandachten ist.
Im Jahre 1993 wurden mit Unterstützung des Landes die Gehsteige der Mühlstraße und der Rheinstraße erneuert und die Untere Hauptstraße im Sinne einer Verkehrsberuhigung ausgebaut.

1996 wurde die Neugestaltung des Ortseinganges aus Richtung Kuhardt kommend abgeschlossen.