OrtsgemeindenHördtEinweihung "Stifter-Skulptur" Kreisel Hördt
 
Einweihung "Stifter-Skulptur" Kreisel Hördt
Ein Stück klösterliche Dorfgeschichte ziert den Kreisel
HÖRDT: „Stifter-Skulptur" von Bildhauer Andreas Helmling geweiht - Kosten 15 000 Euro - Bislang zwei Drittel gesponsert

Eine zeitgemäße und dreidimensionale Darstellung des Ortswappens auf dem Verkehrskreisel Richtung Bellheim ziert seit einigen Tagen den Ortseingang des Klosterdorfes Hördt. Anlässlich der 1225-Jahr-Feier der Gemeinde hat Pfarrer Hermann-Josef Mohr gestern vor rund 120 Zuschauern die „Stifter-Skulptur" des in Hördt ansässigen Bildhauers Andreas Helmling geweiht.


„Für uns war es wichtig, hier ein Kunstwerk zu bekommen, das etwas mit unserer Geschichte zu tun hat und unser Klosterdorf repräsentiert", erklärte Bürgermeister Gerd Rheude in seiner Ansprache. Tatsächlich ist der Wiedererkennungswert des historischen Wappens in der überlebensgroßen Skulptur aus Sandstein und Stahl enorm: Die auf eine schlichte Körperlichkeit abstrahierte Madonna trägt das Jesuskind auf ihrem Schoß und blickt auf die Kloster-Silhouette zu ihrer Rechten. „Gleichzeitig sehen wir die Äbtissin des Klosters mit dem Stifter", erinnerte Helmling an kunsthistorische Traditionen seit dem Mittelalter. Die Dreier-Gruppe aus rostendem Stahl - dem Markenzeichen Helmlings - sitzt „auf den Mauern des alten Klosters": Der Sockel bestehe aus Sandsteinen, die im Erdreich der 1103 gegründeten Propstei gefunden wurden.


Die im Wappen vorgegebene figürliche Komposition aus Frau, Kind und Klosterkirche hat der international renommierte Bildhauer, der seit 13 Jahren in Hördt lebt, in eine zeitgenössische Formensprache überführt. „Es ist faszinierend, wie der Künstler es versteht, mit einfachen Mitteln Formen zu reduzieren und wesentliche Eigenschaften auszudrücken", lobte der Schirmherr der 1225-Jahr-Feier, Landrat Dr. Fritz Brechtel. Die aufs Charakteristische verdichtete Skulptur sei auch ein „Zeichen für die Verbundenheit des Künstlers mit dem Ort", meinte Helmling.


Er wolle mit der Skulptur ein Stück des Klosters, das für die Geschichte des Dorfes eine große Rolle spielt, von dem aber kaum steinerne Überreste erhalten sind, wieder beleben. Die Vielansichtigkeit der Plastik entspreche dem infrastrukturellen Standort: „Beim Umrunden des Kreisels schließen sich die Figuren immer wieder neu zusammen, wobei die Blicke sich fortwährend auf das Kloster beziehen", erläuterte Helmling.


Das figürliche Arrangement und insbesondere der Titel „Stifter-Skulptur" wiesen nicht nur auf Christus als „Stifter unsrer Religion" und auf den Klostergründer Herimannus von Spiegelberg hin, sondern erinnerten auch an die gegenwärtigen Geldgeber, welche die Errichtung des stählernen Kunstwerks erleichterten, so Helmling. Rund 15.000 Euro kostete die ikonologisch ausgereifte Skulptur. Mehr als zwei Drittel dieser Summe konnten bisher über Sponsoren finanziert werden. (naf)



STAHLEA / STAHLEA
Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ
Regionalausgabe: Pfälzer Tageblatt
Datum: Nr.117
Datum: Montag, den 23. Mai 2005
Seite: Nr.22
Präsentiert durch MSH-Web:digiPaper